Oberösterreich: Multimodales Verkehrsnachfragemodell
Das Land Oberösterreich ist mit rd. 1.530.000 Einwohnern (Stand 2024) und einer Fläche von rd. 11.982 km² eines der bevölkerungsreichsten und flächenmäßig größten Bundesländer Österreichs. Für die Planung und Optimierung des Verkehrssystems im Land Oberösterreich kommt ein makroskopisches Verkehrsmodell zum Einsatz. Für das neue, von der Trafility 2015 mitentwickelte Landesverkehrsmodell, wurden höchste Ansprüche an den Abstraktionsgrad der Realität gestellt. Es zählt immer noch zu den Fortschrittlichsten im deutschsprachigen Raum und wird technologisch stets weiterentwickelt.
Modell Öberösterreich. Das Tool im Detail
Die Herausforderungen in der Verkehrsmodellierung bestehen einerseits im Umfang des Modellgebietes und andererseits in den regional deutlich variierenden Merkmalen bezogen auf Bevölkerungsdichte und Verkehrsangebot. Die Anforderung an das Verkehrsmodell ist daher die möglichst präzise Abbildung des Verkehrsgeschehens sowohl innerstädtisch in den Ballungsräumen als auch in den ländlichen Regionen.Die Entwicklung des neuen Verkehrsmodells ist in mehrere inhaltliche Module gegliedert. Die Trafility wurde mit dem Herzstück, der Nachfragemodellierung des Personenverkehrs, beauftragt. Die Verkehrsnachfrage wird aktivitätenketten-basiert mit VISEM modelliert.Durch den gesamten Bearbeitungsverlauf ziehen sich innovative Ansätze. Das Modell besteht aus über 2.000 Verkehrsbezirken, Strukturdaten werden jedoch auf die noch detaillierteren Punktkoordinaten (Points of Interest) bezogen, welche ein Gebäude oder einen Häuserblock darstellen. Im Berechnungsverfahren werden die Punktinformationen zum letztmöglichen Schritt auf die Verkehrsbezirke aggregiert. Die Vorteile der mikroskopischen Analyse wie in agentenbasierten Simulationen, können dadurch auch auf die makroskopische Modellierung angewandt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit die Datenbasis für agentenbasierte Simulationen heranzuziehen oder aufgabenspezifisch feiner aufzulösen. Beispielsweise werden einem Verkehrsbezirk durchschnittlich 50 bis 100 Anbindungen zugeordnet und untereinander gewichtet.Das neue Landesverkehrsmodell Oberösterreich ermöglicht innovative Modellierungsansätze und bietet Schnittstellen zur leichten Implementierung zukünftiger Entwicklungen.





