Aufnahme der Probefahrten für den künftigen Straßenbahnbetrieb im Neutorviertel

Inmitten von Graz wird mit der neuen Neutorlinie eines der bedeutsamsten Straßenbahnausbauprojekte für die Zukunft realisiert. Im Betrieb wird die stark frequentierte Herrengasse entlastet und damit der Ausgangspunkt für weitere Netz- und Takterweiterungen gesetzt. Die neue Straßenbahnstrecke führt vom Jakominiplatz über die Neutorgasse in die Annenstraße und erzielt eine Gesamtlänge von 1,2 Kilometern. Mit dem Projekt wurden 575 Meter neue Radwege erschlossen, die Tegetthoffbrücke um 1,25 verbreitert und statisch für den Straßenbahnbetrieb ertüchtigt. Auch im Streckenumfeld entstehen wesentliche Neuerungen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität.

Am 11. September war es soweit, die erste Probefahrt ist auf der neuen Strecke erfolgt. Es folgt eine Reihe an Testfahrten, bevor die Betriebsaufnahme Ende November erfolgt. Mit einem Team an Gutachtern werden Gleisbau, Fahrleitungen, Streckenausrüstung und die von der Trafility geplante Signalsteuerung umfassend geprüft. Ein sicherer und reibungsloser Betrieb hat dabei oberste Priorität. Die Signalsteuerung an der Strecke umfasst mehrere Anlagen mit insgesamt 10 Teilkreuzungen, beginnend am „Radetzkyspitz“, fortgesetzt in der Neutorgasse und Belgiergasse bis hinein in die Annenstraße. Die Anlagen wurden innerhalb der letzten 3 Wochen funktional abgenommen und in den Standardbetrieb versetzt. Für die künftige Befahrung durch die neuen Straßenbahnlinien 16 und 17 wurde eine flexible Steuerung zur Optimierung des Straßenbahnbetriebes aufgesetzt. Die beiden Linien bedienen die neuen Haltestellen „Andreas-Hofer-Platz/Joanneumsviertel“ und „Bad zur Sonne/Stadtbibliothek“ und entlasten die hochfrequentierte Herrengasse. Künftig bleibt auch bei Veranstaltungen oder Störfällen in der Innenstadt ein durchgehender Straßenbahnbetrieb gewährleistet. Mit der Aufnahme des Probebetriebes ist die Neutorgasse auch wieder für den Autoverkehr in beiden Fahrtrichtungen freigegeben.

Die Trafility möchte die tolle Zusammenarbeit der Projektleitung, aller planenden Fachbereiche, der behördlich eingesetzten Gutachter, der örtlichen Bauaufsicht und der ausführenden Gewerke hervorheben. Letztere waren dafür verantwortlich, die Megabaustelle im Herzen von Graz zu koordinieren und für einen nahezu reibungsfreien Ablauf in insgesamt 2,5 Jahren Bauzeit zu sorgen. Es war eine tolle Erfahrung bei diesem Großprojekt dabei zu sein!